Allergien ·Arzneimittel/Cremes ·Immunsystem

Prednisolon®, Hydrocort®, Protopic®, Elidel® usw. – das steckt wirklich hinter diesen Cremes

Wenn man wegen atopischer Dermatitis, Ekzemen und Entzündungen oft beim Hautarzt sitzt, kommen einem immer wieder dieselben kortisonhaltigen und kortisonähnlichen Cremes und Salben unter. In diesem Blogbeitrag stelle ich dir die gängigsten davon vor. Das steckt wirklich hinter Kortison und Co.!

Die Wunderwaffe Kortison

Glukokortikoide zählen zu einer Klasse von Steroidhormonen aus der Nebennierenrinde. Ihren Namen haben sie, weil sie im Körper vor allem den Umbau von Eiweißen und Fetten zu Glukose (Traubenzucker) fördern. Wichtig ist, dass man zwischen natürlichen (körpereigenen) und künstlichen (synthetischen) Glukokortikoiden (umgangssprachlich als Kortison bezeichnet) unterscheidet. Das Hormon Cortisol beeinflusst viele verschiedene Stoffwechselprozesse in fast allen Organen und ist aus diesem Grund lebenswichtig. Konkret halten Glukokortikoide Körperzellen davon ab, Stoffe zu bilden, die Entzündungen auslösen und aufrechterhalten. Gleichzeitig unterstützen sie den Körper dabei, Entzündungen zu hemmen. Klingt toll, oder? Synthetisches Kortison ist in der Medizin nicht ohne Grund besonders bei entzündlichen Krankheitsbildern eine Allzweck-Waffe. Neben Hauterkrankungen wird es auch bei allergischen Reaktionen, Asthma bronchiale oder rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

andreas160578/Pixabay.de

Synthetisches Kortison kann ein lebensrettendes Medikament sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es die Überreaktion des Immunsystems lediglich unterdrückt – und damit das Ursprungsproblem der Entzündung nicht löst und die zugrundeliegende Erkrankung an sich nicht heilt. Außerdem kann der längerfristige Einsatz von Kortison mit Nebenwirkungen (z. B. dünner werdende Haut, immenser Eingriff in den Stoffwechsel) einhergehen. Ich habe selber in früheren Schubphasen hochdosiertes Kortison genommen – topisch (also als Creme auf der Haut) und als Tabletten. Mir wurde jedes Mal versichert, dass so eine Stoßtherapie mit Glukokortikoiden der neuen Generation keine negativen Folgen mit sich bringt.

Kortison sollte niemals ruckartig abgesetzt werden, sondern muss langsam ausgeschlichen werden, um die Gefahr einer Nebennierenrindeninsuffizienz zu vermeiden. Ich habe aber immer nach dem Ausschleichen die Erfahrung gemacht, dass die Ekzeme teilweise sogar schlimmer zurückkehrten. Die Ursache wurde also nicht gelöst und das Immunsystem zusätzlich geschwächt. Kortison sollte deshalb niemals eine längerfristige Lösung sein!

Bekannte synthetische Wirkstoffe in Cremes, Lotionen, Nasenspray, Kopfhaut-Schaum oder Tabletten, hinter denen sich Kortison verbirgt:

  • Betamethason (Handelsnamen z. B. BetaGalen®, Soderm®, Deflatop®)
  • Clobetasol (Handelsnamen z. B. Clarelux-Schaum®, Clobegalen®, Clobex®)
  • Dexamethason (Handelsname z. B. Fortecortin®)
  • Prednisolon (Handelsname z. B. Dermosolon®, Decortin®)
  • Mometason (Handelsname z. B. MomeGalen®, Nasonex®, Momecutan®, Mometahexal®)
  • Hydrocortison (Handelsname z. B. Linola® Akut, Linolacort® Hydro, Sanatison®, Soventol® Hydrocort)

Übrigens: Präparate mit Hydrocortison sind in einer Konzentration von 0,25 % bis 0,50 % nicht verschreibungspflichtig und können somit rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden.

Und was enthalten dann Elidel® und Protopic®?

Neben dem populären Kortison gibt es auch noch die etwas weniger bekannten Cremes und Salben mit sogenannten Calcineurin-Hemmern. Die kommen dann zum Einsatz, wenn die Präparate mit Kortison nicht ausreichend wirken oder die Nebenwirkungen hier zu stark sind. Calcineurin-Hemmer blockieren das Calcineurin, ein Enzym, welches in der Regulation der Immunantwort eine sehr wichtige Rolle spielt. Sie stoppen die Entzündungsreaktionen, sodass Ekzeme besser heilen. Meist bekommt man diese Präparate mit dem Argument verschrieben, sie seien sogenannte Kortison-Alternativen und hätten weniger Nebenwirkungen. Damit wird aber eine Bedenkenlosigkeit in der Verwendung suggeriert, die auf keinen Fall gegeben ist, denn: Präparate dieser Wirkstoffklasse zählen zu den Immunsuppressiva. Das heißt, sie unterdrücken das Abwehrsystem bzw. die Immunantwort. Sie beheben also ebenso wenig die Ekzem-Ursache wie Glukokortikoide.

Ich habe Calcineurin-Hemmer über einen langen Zeitraum gecremt, sie gehörten zu meiner täglichen Pflegeroutine (vor allem im Gesicht), weil ich glaubte, dass die Bezeichnung frei von Steroiden auch eine „gesündere“ bzw. „natürlichere“ Creme bedeuten würde. Man hat mich zwar darauf hingewiesen, dass ich direkte Sonnenstrahlung meiden solle, da die Haut lichtempfindlich werden würde, aber einer langfristigen Gefahr war ich mir deshalb trotzdem nicht bewusst (z. B. Lymphdrüsenkrebs, Hautkrebs).

Diese Wirkstoffe zählen zu den Calcineurin-Hemmern:

  • Pimecrolimus (Handelsname Elidel®). Ich habe es vor allem im Gesicht verwendet.
  • Tacrolimus (Handelsname Protopic®). Ich habe es vorrangig auf dem Körper verwendet.

PS: Du möchtest die/der Erste sein, die/der über neue Beiträge und Neuigkeiten informiert wird? Dann trage ganz easy deine E-Mail-Adresse für einen Newsletter zu den neuesten Beiträgen ein:

Mit dem Newsletter von Kratz und Maus bleibst du immer auf dem Laufenden, wenn es zum Beispiel einen neuen Beitrag gibt. Informationen zum Anmeldeverfahren, Versanddienstleister, statistischer Auswertung und Widerruf findest du in den Datenschutzbestimmungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.