Glossar

Besonders interessante Begriffe zu Haut und Allergien aus bestehenden Beiträgen sollen hier im Glossar aufgegriffen und kurz erklärt werden. Das Glossar wird ständig erweitert und ergänzt.

Antihistaminika: Die Wirkung von Antihistaminika beruht auf der Hemmung des Histamins, des wichtigsten Verursachers von Juckreiz. Sie können dadurch die akuten Symptome einer allergischen Reaktion lindern. Bekannte Wirkstoffe sind Cetirizin und Loratadin. Sie machen im Gegenzug zu früheren Medikamenten weniger müde. Antihistaminika unterdrücken aber letztendlich nur die aufkommende Reaktion und sollten nur in Akutsituationen genommen werden. Erste Wahl ist immer noch die vollkommene Meidung des Allergens.

Antimykotikum: Ein Antimykotikum wirkt gegen durch Pilze (wie z. B. Pityrosporon orbiculare/Malassezia furfur) verursachte Krankheiten. Es hilft, das Wachstum des Pilzrasens zu stoppen und den Pilz abzutöten. Kann man in Tablettenform schlucken (gängige Wirkstoffe sind Itraconazol und Fluconazol), sich auf die Haut schmieren (meist Nystadin) oder im Shampoo verwenden (meist Ciclopirox).

Base: Gegenstück zu einer Säure mit einem pH-Wert > 7 (siehe pH-Wert). Eine Base ist damit eine alkalische Lösung und kann synonym zu dem Begriff Lauge verwendet werden.

Calcineurin-Hemmer: Calcineurin-Hemmer blockieren das Calcineurin, ein Enzym, welches in der Regulation der Immunantwort eine sehr wichtige Rolle spielt. Sie stoppen die Entzündungsreaktionen, sodass Ekzeme besser heilen. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn die Präparate mit Kortison nicht ausreichend wirken oder die Nebenwirkungen hier zu stark sind (Wirkstoffe: Pimecrolimus und Tacrolimus)

Cromo (Cromoglycinsäure bzw. Natriumcromoglicat): Cromo sorgt dafür, dass die Chloridkanäle in den Mastzellen gehemmt werden und damit eine Freisetzung von z. B. Histamin und anderen Entzündungsmediatoren abgedämpft wird. Es wirkt im Grunde wie ein prophylaktischer „Schutzfilm“ auf den Mastzellen, sodass diese nicht überschießen. Cromo gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Augentropfen, Nasenspray oder Inhalationslösungen. Kann über einen längeren Zeitraum und vor allem vorbeugend verwendet werden. Es wirkt lokal, also nur dort, wo es eingesetzt wird.

Diaminoxidase (DAO): Ist ein histaminabbauendes Enzym, was im Darm gebildet wird. Wird im Körper zu wenig oder gar kein Diaminoxidase gebildet, kommt der Körper mit dem Abbau des Histamins nicht mehr hinterher. Es kann dann zu einer Histaminintoleranz (HIT) bzw. zu einer Histaminunverträglichkeit kommen. Das bedeutet, dass sich bei diesen Menschen schon bei der kleinsten Menge Histamin eine Reaktion zeigt.

Glukokortikoide (umgangssprachlich Kortison): Zählen zu einer Klasse von Steroidhormonen aus der Nebennierenrinde. Fördern im Körper vor allem den Umbau von Eiweißen und Fetten zu Glukose (Traubenzucker). Man unterscheidet zwischen natürlichen (körpereigenen) und künstlichen (synthetischen) Glukokortikoiden. Glukokortikoide halten Körperzellen davon ab, Stoffe zu bilden, die Entzündungen auslösen und aufrechterhalten. Gleichzeitig unterstützen sie den Körper dabei, Entzündungen zu hemmen.

Histamin: Ist biochemisch gesehen ein biogenes Amin und wird aus der Aminosäure Histidin gebildet. Es ist damit eine körpereigene Substanz. Histamin dient vor allem als Botenstoff bei Entzündungsreaktionen und nimmt eine wichtige Funktion im Körper ein. Es kommt aber auch in Lebensmitteln vor. Es entsteht vor allem bei Gärung/Fermentation oder langer Lagerung und Reifung. Lebensmittel mit hohen Histaminwerten sind zum Beispiel gereifter Käse, Sauerkraut, Alkohol (vor allem Rotwein), gereifte bzw. geräucherte Fleischwaren, Konserven etc. Im Grunde bewirkt Histamin eine Gefäßerweiterung, reguliert zum Beispiel die Vorgänge im Magen-Darm-Trakt und wirkt auch im Zentralnervensystem. Auf der Haut äußert sich ein Zuviel an Histamin meist durch Quaddeln, Rötungen und starken Juckreiz. Deshalb sollten empfindliche Leute histaminhaltige Lebensmittel meiden. Um ein Gleichgewicht herzustellen, wird das Histamin vom Körper über die Diaminoxidase (DAO) (–> Diaminoxidase) abgebaut.

Histaminliberatoren: Lebensmittel, die zwar selbst nur wenig Histamin (–> Histamin) enthalten, die aber die Freisetzung von Histamin in den Mastzellen zusätzlich fördern. Als Lebensmittel wären hier vor allem Erdbeeren und Tomaten zu nennen. Aber auch bestimmte Medikamentenwirkstoffe können eine histaminliberierende Wirkung haben.

Kreuzallergie: Eine Kreuzallergie liegt vor, wenn der Körper sowohl auf bestimmte Strukturen einer Allergenquelle (also z. B. auf Pollen) als auch auf dazu ähnliche Strukturen reagiert. Dann kann es passieren, dass sich IgE-Antikörper ebenso an diese vermeintlichen gleichen Strukturen binden und eine (Kreuz-)Reaktion auftritt.

Milchsäurebakterien: Milchsäurebakterien produzieren eine saure Umgebung im Darm und sorgen damit dort für ein normales Milieu. Sie sind wichtige Vertreter in der menschlichen Darm-, aber auch in der weiblichen Vaginalflora. Milchsäurebakterien sind –> Probiotika.

pH-Wert: Der pH-Wert gibt an, wie sauer (pH-Werte unter 7) oder alkalisch (pH-Wert über 7) eine Lösung ist. Sie kann darüber hinaus auch neutral (pH = 7) sein, auf einer Gesamtskala bis 14. Wenn man es genau wissen möchte: Der pH-Wert ist definiert als der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionen-Aktivität. Grob erklärt: Werden Säuren in Wasser gelöst, geben diese Wasserstoffionen an das Wasser ab, der pH-Wert sinkt. Bei Basen (–>Base) verhält es sich genau andersherum. Sie binden die Wasserstoffionen und der pH-Wert der Lösung steigt. Der pH-Wert der Haut ist sauer, denn die gemessenen Werte liegen meist im Bereich zwischen 5 und 6. Das kommt allerdings durch die Pflege mit sauren Pflegeprodukten und ist kein Idealzustand, auch wenn die Werbung uns das verkauft. Denn so kann die Ausscheidungsfunktion der Haut nicht optimal laufen.

Pityrosporon orbiculare/Malassezia furfur: Hefepilz der obersten Hautschichten, der bei nahezu der gesamten Bevölkerung zur normalen Hautflora dazugehört. Dieser Hautpilz kann pathogen (also krankhaft) werden. Viele Neurodermitiker reagieren allergisch auf diesen (sonst harmlosen) Hautpilz. Die Beschwerden dieser Reaktion zeigen sich besonders durch eine sogenannte head-and-neck-Betonung (Gesicht, Kopf, Hals, Nacken, Schultern, oberer Rücken, Achselbereich). Abhilfe schafft hier nur die vollkommene Beseitigung des Pilzes auf der Haut in Form von Tabletten und Cremes (–>Antimykotikum) und eine Prophylaxe durch Shampoos.

Probiotika: enthalten lebende Mikroorganismen (z. B. —> Milchsäurebakterien), die sich im Darm ansiedeln und die Darmflora unterstützen

Präbiotika: nicht-verdaubare Lebensmittelbestandteile (Ballaststoffe, z. B. Inulin, Oligofruktose), die Wachstum und Aktivität der “guten” Bakterien im Dickdarm fördern

Pruritus: Ein anderes Wort für Juckreiz

p-Phenylendiamin (PPD): wirkt sehr hautsensibilisierend und ist ein potenziell starkes Allergen, das du vermeiden solltest. PPD kommt vor allem in dunklen Haarfärbemitteln vor

Supplemente: anderes Wort für Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

Thermalwasserspray (Eau Thermale): Thermalwasser ist zwar reich an Spurenelementen, aber doch gerade noch so schwach mineralisiert, dass die Mineralien die Haut nicht zusätzlich austrocknen. Thermalwasser erfrischt die Haut merklich und unterstützt den Heilungsprozess der Haut. Der leichte Sprühnebel hinterlässt einen angenehmen Film auf der Haut.

Tiefensuggestion: Entspannungstechnik, bei der durch gleichzeitig gesprochene und geflüsterte Sätze eine tiefere Schicht des Unterbewusstseins erreicht wird. Meist noch unterstützt durch beruhigende Musik. Durch diese besondere Aufnahmetechnik ergeben sich harmonische Sprach- und Klangmuster, die miteinander kombiniert werden. Unter Suggestionen versteht man generell die Beeinflussung durch Aufforderungen und Anweisungen (zum Beispiel werden dir positive Gefühle und Ansichten suggeriert). Es entsteht eine Art hypnotischer Effekt und eine tiefe Entspannung setzt ein.

Trigger: Kommt vom Englischen („Auslöser“) und bezeichnet den Auslöser für einen Vorgang. Ein Trigger kann auch als Provokationsfaktor verstanden werden. In der Dermatologie beschreibt man damit vor allem Trigger, die zu Juckreiz, Rötungen oder Schmerzen führen. Trigger können zum Beispiel Stress oder histaminhaltige Lebensmittel sein.