Empowerment

? UMARME DICH UND DEINE HAUT! Deine Haut will dir etwas mitteilen. Hör auf sie, verachte sie nicht!
Wenn deine Haut so eine Diva ist wie meine: Umarme sie, auch wenn du sie dir gerade lieber vom Körper ziehen würdest. Wenn du alles hinschmeißen willst: Umarme dich, beruhige dich und sei einfach gut und freundlich zu dir. Es wird besser werden. Manchmal dauert es wirklich lange. Und das ist zum Kotzen. Aber bitte verachte dich und deine Haut nicht!

? DU BIST NICHT DIE NEURODERMITIS! Sie ist vielleicht ein Teil von dir, aber du bist noch so viel mehr!
Wenn eine Krankheit so dominant ist wie die Neurodermitis, vergisst man schnell, dass es noch andere Sachen im Leben gibt. Es gibt Zeiten, in denen dreht sich alles um Schübe und aufgekratzte Haut. Man legt seine Pläne um die Krankheit herum, sagt Verabredungen ab und geht im Sommer nicht mit den anderen ins Schwimmbad oder an den See. Man verkriecht sich im Zimmer und hofft, dass der Schub vorbeigeht. Ich möchte dich ermutigen zu verstehen, dass die Neurodermitis ein Teil von dir sein mag (vielleicht bereits seit deiner Geburt) – aber du bist trotzdem noch viel viel viel mehr als das! Zeigs der Welt!

? TU DAS, WAS DIR UND DEINER HAUT GUTTUT! Pfleg dich und sorge für dein eigenes Wohlbefinden!
Gerade bei uns Hautsensiblen spielt das Zusammenspiel von Körper und Psyche eine enorme Rolle. Es ist wichtig, dass du deine individuellen Bedürfnisse herausfindest und dich pflegst, wenn es dir nicht gutgeht. Kümmer dich um dich! Meist weißt du in dir ganz genau, was dir guttut und was du brauchst. Nimm das, was dich bedrückt, ernst und versuche nicht, diese Gefühle wegzudrücken. Diese Haltung im Leben ist nicht egoistisch, sondern nur gesund. Wenn du in einer stressigen oder anstrengenden Phase steckst, sorge jedenfalls zwischendurch für deine Balance. Für den einen ist das ein Spaziergang, für den anderen ein Nickerchen und für den nächsten Sport. Schaff dir Freiräume für dich selbst. Wenn du merkst, dass sich deine Haut verschlechtert, steuere rechtzeitig gegen. Nur wenn du dich gut fühlst, kannst du auch voll für andere da sein. Deshalb fang bei dir selbst an und sorge jeden Tag für dich und dein Wohlbefinden!

? MACH DEIN EIGENES DING! Lass dich nicht von den Meinungen anderer beirren, sondern bleibe bei dir!
Wenn man an einer Hautkrankheit leidet, dann wünscht man sich oft, so zu sein wie die anderen. Bei denen scheint alles so herrlich normal. Aber na ja, jammern bringt ja nun mal nichts. Und normal ist es halt bei uns nicht so oft. Von daher: Mach dein eigenes Ding! Du fühlst dich wohler, wenn du morgens und abends die Pollen und Allergene abduschst (obwohl die anderen nur einmal am Tag duschen)? Dir geht es deutlich besser, wenn du jede Woche deine Bettwäsche wechselst (obwohl die anderen das nur einmal im Monat machen)? Du bekommst beim Anblick von dicken Wollschals schon eine Gänsehaut (obwohl alle hübschen Mädels in der Stadt mit solchen Schals rumlaufen)? Lass dich nicht von den anderen beirren! Jeder Mensch ist anders. Tu das, was DIR guttut.

? ES WIRD BESSER WERDEN! Vielleicht nicht heute oder morgen, aber es wird auch für dich Linderung geben!
Es gibt diese Tage, da fragt man sich: Wird das denn nie besser? Werde ich für immer mit dieser Scheiße leben müssen? Auch ich hatte diese Tage und habe alles verflucht. Ich glaube aber daran, dass es für jeden adäquate und nachhaltige Linderung gibt (ich spreche übrigens bewusst nicht von Heilung, weil das so ein großes Wort ist). Neurodermitis ist ein komplexes Geschehen, relativ wenig erforscht und mag einen genetischen Anteil haben, den man nicht ändern kann. Und ja, es gibt dutzende Auslöser für Hautkrankheiten, die auch gerne mal zusammen kommen und die das Ganze nicht gerade leichtermachen. Aber dass man sich mit der Neurodermitis geschlagen und abfinden muss, sehe ich nicht so. Den individuellen Auslöser herauszufinden ist langwierig – aber eben auch nicht unmöglich. Und ich bin der festen Meinung, dass du irgendwann auf den richtigen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten stoßen wirst, der dich nicht dumm im Regen stehen lässt, sondern der mit dir den für dich richtigen Weg gehen wird. Der noch eine andere Idee oder einen anderen Ansatz hat. Das passiert vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann ganz bestimmt!

? BEZIEHUNGSSTATUS: ES IST KOMPLIZIERT! Dein Verhältnis zu deiner Haut mag Höhen und Tiefen haben, aber irgendwann werdet ihr zueinanderfinden!
Ob rote Nase, Pusteln am Kinn und auf der Stirn oder schrecklicher Juckreiz um den Mund herum: Oft ist unser Verhältnis zu unserer Haut, sagen wir, kompliziert! Vor allem mit unserer Haut im Gesicht sind wir oft sehr streng. Wir verfluchen und beschimpfen sie. Sie ist unser Schild nach außen – und meist eben auch das Erste, was andere von uns sehen. Ich denke, das ist ganz normal und kommt in den besten Familien vor. Man muss sich nicht jeden Tag zu Selflove zwingen, wenn gerade keine da ist. Nur irgendwann, da glaube ich fest dran, wird jeder die Eigenheiten seiner Haut verstehen und annehmen können. Und sein ganz persönliches Verhältnis zu seiner Haut finden. Wie in jeder guten Beziehung eben auch.

? SEI BEI DER ERNÄHRUNG NICHT SO STRENG MIT DIR! Ernährung ist ein wichtiger Baustein deiner Gesundheit, aber du solltest dich deswegen auch nicht verrückt machen!
Ernährung ist wichtig, aber sie ist eben auch nicht alles! Klar, wenn du weißt, dass du auf Histamin reagierst, lässt du histaminhaltige Lebensmittel natürlich weg. Wenn du nachgewiesene Allergien hast, meidest du diese selbstverständlich so gut es geht. Wenn du einen konkreten Verdacht hast, dann elimiere dieses Lebensmittel für eine gewisse Zeit, führe vielleicht auch eine zeitlang ein Ernährungstagebuch oder lasse dich beim Pricktest darauf testen. Manchmal kann es temporär auch ratsam sein, alles mal auf null zu fahren (zum Beispiel mit einer Reis-Diät). Aber ganz ehrlich, wenn du noch nicht so richtig weißt, ob Lebensmittel bei dir wirklich die Trigger sind, dann sei bei deiner Ernährung nicht unnötig streng mit dir. Hör auf, dich aus Verzweiflung und nur aufgrund von anderen Berichten plötzlich strikt glutenfrei, paleo, vegan, zuckerfrei, lowcarb oder sonst wie zu ernähren (und das natürlich am besten alles noch bio, unverpackt und plastikfrei). Da kann sich nämlich ein ganz schöner Druck aufbauen, der zusätzlichen Stress und Frust erzeugt und Kraft kostet (und evtl. nur noch zu Mängeln führt). Glaub mir, es ist nicht der eine Schokoriegel, der deine Haut dramatisch verschlechtert, nicht der eine Joghurt am Nachmittag und auch nicht der eine Burger mal am Wochenende. Hautkrankheiten sind so individuell und nicht alles, was bei dem einen Linderung bringt, muss bei dir den gleichen Erfolg bringen. Bleib lieber bei dir und beobachte sorgsam die Reaktionen deines Körpers. Nur als Beispiel, aber wenn du einen Hautpilz hast, der das juckende Problem ist, dann hilft dir da eine zu strikte Ernährung gar nüschts. Wenn bei dir Stress und Kummer die Trigger sind, dann arbeite lieber erst einmal daran. Ernährung ist ein Baustein in einem komplexen Gefüge, mach dich deshalb nicht zusätzlich verrückt!

? SCHMEISS DEN UNBEQUEMEN BH IN DIE TONNE! Lass dir nicht einreden, dass du als Frau super heiße Unterwäsche tragen musst, die aber zwickt und einschneidet. Dein Körper, deine Regeln!
Kleidung sollte sich auf unserer Haut immer gut anfühlen. Wenn man sehr hautsensibel ist, sollte man darauf wirklich Wert legen – auch wenn bestimmte Teile noch so stylish aussehen. Schildchen immer sofort rausschneiden und alles, was zusätzlich piekst oder kratzt, kommt am besten gar nicht erst in Berührung mit deiner Haut. Das Gleiche gilt natürlich auch für deine Unterwäsche. Also die Spitzenwäsche (wenn überhaupt) lieber für die richtigen Momente aufheben und nicht täglich tragen (nur weil es scheinbar alle so machen). Achte auf angenehme und weiche Stoffe (wie Baumwolle) und einen lockeren Sitz. Ich persönlich habe mich dafür entschieden, mich nicht mehr in unbequeme und einschneidende BHs zu zwängen – nur, weil man das als Frau in unserer Gesellschaft eben so macht oder die nette Unterwäscheverkäuferin mir das einreden möchte.

? Probier zur Abwechslung doch einfach mal BODY NEUTRALITY!
Selbstliebe ist eine tolle Sache und jeder, der sich und seinen Boooty uneingeschränkt feiert, hat meinen vollen Respekt! Doch für viele von uns ist der Blick in den Spiegel eben keine tägliche Party und deshalb sag ich dir jetzt mal was: Du musst dich nicht auf Teufel komm raus schön finden. Du musst dir auch nicht hundertmal am Tag sagen “Ich bin schön”, wenn du das eben so gar nicht fühlst. Aus diesem Grund gehts heute nicht um die viel gepriesene Body Positivity, sondern um BODY NEUTRALITY. Hast du davon schon mal gehört? Da schätzt man einfach die Tätigkeiten und Leistungen, die der Körper tagtäglich vollbringt. Natürlich bist du schön, so wie du bist! Und das sollst du auch immer wissen! Bei Body Neutrality geht es vielmehr darum, den Körper einfach nicht so sehr in den Vordergrund zu rücken (weder in die eine noch in die andere extreme Richtung). Es gibt schlicht und einfach Wichtigeres im Leben, auf das wir unsere volle Aufmerksamkeit richten sollten. Es geht um eine entspannte Körper-Annahme und nicht um Verurteilung unserer vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Diese Körper-Obsession, die teilweise herrscht, ist so gefährlich und ungesund. Wahre Schönheit und echtes Strahlen kommt eben doch immer von innen.

? HÖR AUF DEIN BAUCHGEFÜHL! Lass dich nicht verunsichern von Tipps und Ratschlägen, bei denen du kein gutes Gefühl hast! Nicht jeder Weg muss auch zu dir passen.
Ich möchte dich ermuntern, auf dein BAUCHGEFÜHL zu hören! Die Macht der eigenen Intuition ist sehr wertvoll und sollte nicht übergangen werden.
Ich hab immer irgendwie gespürt, dass es Trigger und/oder Allergien geben muss, die eine Hautverschlechterung bewirken. Die Option mit Immunsuppressiva hat sich für mich krass falsch angefühlt, weil ich meinen Körper nicht zusätzlich schwächen wollte (für dich hingegen kann es sich hingegen richtiger anfühlen). Als mein Hautarzt mir von Leutenberg erzählt hat, hatte ich erst Schiss wie Sau vor diesem Aufenthalt. Aber eine Stimme in mir sagte mir, dass ich es auf jeden Fall probieren sollte (und dass es auch nicht schlimmer werden würde als in der hiesigen Hautklinik).
Als man mir nach einiger Zeit mitteilte, dass ich ein Problem mit dem Hautpilz Pityrosporum habe und quasi dagegen allergisch bin, war ich erst einmal perplex (ich hatte noch nie davon gehört) – und dann hat es sich sofort stimmig für mich angefühlt. Ich war fast schon erleichtert und konnte die Behandlung motiviert angehen. In Facebookgruppen habe ich gelesen, dass andere während ihrer Extremschübe in verdünnten Clorreinigern wie Danklorix gebadet haben. Für mich persönlich fühlte sich diese extreme “Idee” einfach gar nicht richtig und gesund an (obwohl ich nicht leugnen kann, dass ich beim Lesen schon irgendwie fasziniert war).
Es gibt einen Unterschied zwischen gesunder Skepsis und einem miesen Bauchgefühl! Auf Kratz und Maus möchte ich meine Tipps, Ideen und Inspirationen teilen, sodass sich möglichst jeder seine persönlichen “Rosinen” herauspicken kann. Dabei ist aber ganz klar, dass nicht alles, was bei mir passt, auch bei dir passen muss – und andersherum.